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Neues aus der Rechtsprechung und Verwaltung

Geplante Vorschriften zu elektronischen Rechnungen

Über eine Änderung der Vorschriften zur Umsatzsteuer wird ab 2025 die Verwendung von elektronischen Rechnungen zwischen Unternehmern zur Pflicht. In einer Übergangsphase im Jahr 2025 soll weiterhin eine Papierrechnung zulässig sein, dies bedarf dann der Zustimmung durch den Empfänger.

Durch die Vorschriften zur Struktur einer eRechnung und der Möglichkeit diese elektronisch zu Verarbeiten wird der Aufbau eines Meldesystems vorbereitet. Ziel dieses deutschen – und später auch europäischen – Meldesystems ist es, jeden einzelnen Umsatz im B2B Bereich in Echtzeit zu melden.

Hintergrund ist die Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs.

PV-Anlagen (Verwaltung)

In einem Schreiben nimmt die Finanzverwaltung Stellung zu offenen Fragen zur den seit 2022 begünstigten PV-Anlagen. Begünstigt, d.h. steuerfrei in der Einkommensteuer sind Anlagen im räumlichen Zusammenhang zu Wohngebäuden mit einer Leistung von bis zu 30 kW auf einem Einfamilienhaus bzw. bei Mehrfamilienhäusern und gemischt genutzten Immobilien 15 kW pro Einheit, maximal 100 kW. Herausgreifen möchten wir hier folgende drei ausgewählte Punkte:

  • Klargestellt wird, dass auch der Gewinn oder Verlust aus Veräußerung oder Entnahme einer solchen PV Anlage steuerfrei ist.
  • Zur steuerlichen Behandlung bis 2021: zugunsten der Steuerpflichtigen ist geregelt, dass wieder Anträge auf Vereinfachung bei Anlagen bis 10 kW gestellt werden können. Diese konnten bis zum Veranlagungszeitraum 2021 per Antrag von der Einkommensteuer ausgenommen werden. Ursprünglich waren entsprechende Anträge aber nur bis 31.12.2022 möglich. Die Frist wurde auf den 31.12.2023 verlängert. Auch zwischenzeitlich bestandskräftig abgelehnte Anträge können nochmal gestellt werden.
  • Waren Einkünfte bei vermögensverwaltenden Mitunternehmerschaften nur durch das Betreiben einer PV-Anlage gewerblich infiziert, so würde die gesetzliche Änderung ab 2022 dazu führen, dass diese Mitunternehmerschaft nicht mehr gewerblich tätig ist. Folglich müssten alle stillen Reserven (in der Regel aus den Immobilien) aufgedeckt und versteuert werden. Wird die Verstrickung, z. B. durch eine neue gewerbliche Tätigkeit bis 31.12.2023 wiederhergestellt, so kann von der Aufdeckung der stillen Reserven aus Vertrauensschutzgründen abgesehen werden.

Private Kfz-Nutzung (Rechtsprechung)

Der BFH hat in einem Beschluss zum wiederholten Mal zur Versteuerung der privaten Kfz-Nutzung entschieden. In diesem Fall ging es um einen Mercedes Vito mit zwei Sitzen und keinen Einbauten Laderaum. Der klagende Steuerpflichtige war Handwerker und hatte aber ansonsten kein weiteres Fahrzeug zur Verfügung.

Daher wurde die Versteuerung der privaten Nutzung des Vito mit der 1% Methode durchgeführt. Umgekehrt ist es aber grundsätzlich möglich, von einer Versteuerung bei entsprechenden Fahrzeugen (Transporter, o.ä.) abzusehen, wenn ein weiteres geeignetes Fahrzeug für private Zwecke vorhanden ist.

Was machen Rechtsanwälte?

Als Laie fällt es oft schwer, sich bei Rechtsfragen durch die zahllosen Paragrafen zu kämpfen. Egal in welchem Bereich einem Ärger drohen könnte oder man sich für sein Recht stark machen möchten, ohne juristischen Rat ist es meist sehr undurchsichtig, ob es sich lohnt, sich für seinen Anspruch einzusetzen. Aber dafür gibt es ja Rechtanwälte… aber was machen die eigentlich? Und was sind die Aufgaben von Rechtsanwälten bei drpa?

Generell beraten Rechtsanwälte Privatpersonen, Unternehmen oder juristische Personen in allen möglichen rechtlichen Bereichen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin steht die Aufgabe, die Auftraggeber bzw. Mandanten mit rechtsstaatlichen Mitteln zu unterstützen und zu ihrem Recht zu verhelfen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, als neutraler Mediator aufzutreten und zwei Parteien mit unterschiedlichen Positionen zu einer Einigung zu verhelfen.

Zu den typischen Aufgaben von Anwälten und Anwältinnen gehören:

  • Ausarbeitung und Verhandlung von Geschäftsvereinbarungen und Verträgen
  • Verhandlung von außergerichtlichen Vergleichen in Prozessen
  • Vertretung der Mandanten während der Verhandlungen im Gericht
  • Durchsetzung fallspezifischer Ansprüche
  • Einholen von Zeugenaussagen und Sammeln von Beweismitteln
  • Formulierung rechtlich gültiger Unterlagen und formelle Abwicklung rechtlicher Schritte
  • Kommunikation mit den Anwälten und Anwältinnen der Gegenpartei sowie mit dem Richter

Was macht ein Anwalt bei einem Steuerberater?

Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer oder Erbschaftssteuer – zahlreiche Steuern berühren unsere Lebensverhältnisse. Mit ihnen gehen Fragen zur Absetzung von diversen Beträgen einher, wie etwa die Kilometerpauschale, die in der Steuererklärung abgeschrieben werden kann. Zudem können Steuerfreibeträge, am prägnantesten hier der Kinderfreibetrag, die Steuer mindern. Wie man am klügsten Steuern sparen kann, verrät einem der Rechtsanwalt und Steuerberater.

Das Steuerrecht regelt vornehmlich alle Rechte und Pflichten, die sich aus dem Steuerverhältnis zwischen Bürger und Staat ergeben. Reglungen hierzu finden sich sowohl im Grundrecht als auch in der Abgabenordnung, dem Bewertungsgesetz und den verschiedenen steuerrechtlichen Einzelgesetzen, mit denen sich ein Fachanwalt Für Steuerrecht beschäftigt.

Was macht ein Anwalte in unserer Kanzlei?

Unsere Rechtsberatung ist speziell auf den mittelständischen Unternehmer und Freiberufler ausgerichtet und bietet Ihnen eine umfassende Unterstützung in verschiedenen Bereichen:

  • Gesellschaftsrecht
  • Handelsrecht
  • Medizinrecht (Vertragsarztrecht, ärztliche Kooperation, Berufsrecht)
  • Arbeitsrecht
  • Erbrecht und Unternehmensnachfolge
  • anwaltliches Inkasso bzw. Forderungsmanagement
  • allgemeines Zivil- und Vertragsrecht

Durch unser interdisziplinäres Leistungsspektrum und der Zusammenarbeit von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern können Sie sich sicher sein, dass wir auch fachübergreifende Lösungen zu komplexen Fragestellungen finden.

Wachstumschancengesetz

Bundesregierung bringt umfangreiche Steueränderungen mit dem Entwurf des Wachstumschancengesetzes auf den Weg

Die wesentlichen Inhalte stellen sich wie folgt dar:

  • Degressive Afa bei beweglichen Wirtschaftsgütern: bei Anschaffungen zwischen 01.10.2023 und 31.12.2024 kann die degressive Abschreibung in Anspruch genommen werden
  • Wohngebäude, bei denen mit der Herstellung nach dem 30.09.2023 und vor dem 01.10.2029 begonnen wird, können degressiv mit 6 % abgeschrieben werden, gleiches gilt für Immobilien, die in Jahr der Fertigstellung angeschafft werden
  • Sonderabschreibungen nach § 7g EStG können statt mit 20 % nun mit 50 % vorgenommen werden
  • Verlustrücktrag soll zukünftig auf 3 Jahre und maximal 10 Mio. (20 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung) möglich sein
  • Beim Verlustvortrag wird die bisherige Begrenzung pro Jahr von 60 % auf 80 % in den Jahren 2024 bis 2027 erhöht
  • Die Grenze für Geschenke an Geschäftspartner soll von 35 Euro auf 50 angehoben werden
  • Bei der pauschalen Ermittlung der privaten Kfz-Nutzung bei reinen Elektrofahrzeugen wird statt 1 % nur 0,25 % des Bruttolistenpreise angesetzt. Dies gilt bisher nur für Fahrzeuge mit einem Bruttolistenpreis von maximal 60.000 Euro, dieser wird auf maximal 80.000 Euro erhöht
  • Die GWG Grenze steigt von 800 Euro auf 1.000 Euro
  • Die Grenze für die Bildung eines Sammelpostens steigt auf 5.000 Euro und die Auflösung erfolgt nicht mehr wie bisher über 5 sondern nur über 3 Jahre
  • Die Grenze für Betriebsveranstaltungen erhöht sich von 110 Euro auf 150 Euro pro Mitarbeiter

Weitere zahlreiche kleinere Änderungen sind im Entwurf enthalten. Allerdings ist der Weg ins Gesetz noch lange. Die 3. Lesung im Bundestag ist für den 17.11.2023, die Zustimmung im Bundestag für den 15.12.2023 geplant. Ob alle oben dargestellten Punkte tatsächlich ins Gesetz kommen ist mit der Erfahrung der letzten Jahre noch vollkommen offen.

Wir halten Sie aber selbstverständlich auf dem Laufenden.

Was machen Steuerfachangestellte

Was machen … Steuerfachangestellte?

Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Steuervorteile beim Hausbau, Lohnsteuer, Sozialversicherungsabgaben, Steuervorauszahlung – für viele Arbeitnehmer:innen und Unternehmer:innen ist der Steuerdschungel ein wahrer Albtraum.

Wer hier Hilfe braucht, geht zum Steuerberater. In unserer Kanzlei arbeiten Steuerberater und Steuerfachangestellte Hand in Hand an steuerlichen Fragestellungen und den Problemen unserer Mandanten. Dort bearbeiten Steuerfachangestellte die aktuelle Buchhaltung unserer Mandanten oder erstellen Einkommensteuererklärungen. Sie kennen die aktuellen Steuergesetze und sind zuverlässige und qualifizierte Mitarbeiter, die täglich bei der Arbeit unsere Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer unterstützen. Ohne sie geht in einer Steuerkanzlei nichts.

Denn Steuerfachangestellte …

  • erledigen das betriebliche Rechnungswesen
  • erstellen die Finanzbuchführung samt laufender betriebswirtschaftlicher Auswertung
  • führen und überwachen Termin- und Fristenkalender
  • bearbeiten Postein- und -ausgänge
  • erstellen Steuererklärungen
  • erstellen Lohn- und Gehaltsabrechnungen, führen Lohn- und Gehaltskonten und erstellen die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Nachweise und Anmeldungen
  • bereiten Jahresabschlüsse (Bilanzen) vor
  • stehen im stetigen Austausch mit Ämtern und Behörden
  • prüfen Steuerbescheide des Finanzamtes
  • sind kompetenter Ansprechpartner für unsere Mandanten

Für wen ist der Job geeignet?

Steuerfachangestellte zeichnen sich aus durch …

  • ein ihr Gefühl für Zahlen,
  • ihr Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen
  • keine Angst vor Gesetzes- und Fachtexten
  • Freude am Umgang mit Menschen
  • eigenverantwortliches und zuverlässiges Arbeiten

Was macht den Beruf so besonders?

  • Steuerfachangestellte sind die “rechte Hand” des Steuerberaters – ihre Arbeit ist anspruchsvoll und abwechslungsreich
  • Steuerfachangestellte haben einen engen Kontakt zu den Mandanten
  • Steuerfachangestellte haben sehr gute Fortbildungsmöglichkeiten

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht’s weiter, beispielsweise als Steuerfachwirt/in. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren. Nach mehrjähriger Berufspraxis sind verschiedene Entwicklungen möglich, u. a. zum/zur Steuerfachwirt/-in oder zum/zur Steuerberater/-in.

Die wesentlichen, die Arbeit des Steuerberaters unterstützenden Aufgaben sind:

  • Erstellung der Finanzbuchführungen
  • Erledigung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen
  • Vorbereitung von Jahresabschlüssen
  • Bearbeitung von Steuererklärungen
  • Prüfung von Steuerbescheiden
  • Auskunftserteilung an Mandanten
  • Ihre vielfältigen Aufgaben erledigen Steuerfachangestellten Praxen mit Unterstützung neuester EDV und Kommunikationstechnik.

Besonders gut ist …

… Der Beruf des Steuerfachangestellten bietet einen interessanten, sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz mit vielfältigen Perspektiven.

Bewerber/-innen sollten …

…  Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und keine Angst vor Gesetzes- und Fachtexten haben, gern mit Menschen umgehen, eigenverantwortlich und zuverlässig arbeiten.

Berufliche Aufstiegschancen?

  • Steuerfachwirt/-in
  • Steuerberater/-in

Quellen:

Steuerfachangestellte/r (planet-beruf.de)

Berufsbild (steuerberaterkammer-westfalen-lippe.de)

Datenschutz

Abberufung von Datenschutzbeauftragten möglich

Intern bestellte Datenschutzbeauftragte genießen einen besonderen arbeitsrechtlichen Schutz. Eine Kündigung ist nur unter sehr strengen Voraussetzungen – nämlich bei Vorliegen eines wichtigen Grundes – möglich. Zudem wirkt dieser besondere Kündigungsschutz noch für die Dauer von einem Jahr nach Ausscheiden aus der Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten nach.

Gleiches gilt auch für die Abberufung eines Mitarbeiters als Datenschutzbeauftragten. Auch diese ist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. So hat der EuGH mit Urteil vom 09.02.2023 (C-453/21) die nationale Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts bestätigt, dass Datenschutzbeauftragte nur aus wichtigem Grund abberufen werden dürfen.

Arbeitgeber sollten die Bestellung von internen Datenschutzbeauftragten also vorab genau abwägen und ggf. auch eine externe Vergabe dieser Position in Erwägung ziehen, da die arbeitsrechtlichen Konsequenzen durchaus erheblich sind.

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